Quo vadis, liebe Sportbranche?

Mai 30, 2017

Quo vadis, liebe Sportbranche?

Der Sportbekleidungsmarkt umfasst weltweit ein Volumen von derzeit ca. 164 Milliarden US Dollar. Darunter große Namen und global Player. Monopolisten. Mainstream oder Nischensportart. Dein lokaler Händler oder der anonyme Online-Kauf. Alles ist möglich. Eine Millardenindustrie. Doch leider schaut niemand hinter die Kulissen der Branche, die doch am meisten Wert auf Fairplay, Sportsgeist und ein anerkanntes Regelwerk legen sollte.
Oder?
 
Ausbeutungslöhne, Kinderarbeit, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, katastrophale Sicherheitsstandards, Ressourcenverschwendung und umweltschädliche Produktionen sind an der Tagesordnung. Ein Stundenlohen von 2-15 Cent pro Stunde als Näherin in Asien? Kein Problem. Der Markt macht es möglich. Geiz ist geil. Niemand hinterfragt die Produktion seiner Kleidung - sei es die Herstellung oder die verwendeten Materialien.
Dass die Modeindustrie nach der Ölbranche den am meisten verschmutzenden Sektor darstellt, hat niemand auf dem Zettel. Es denkt niemand an soziale und ökologische Konsequenzen. Schnell, einfach, billig. Fast fashion. Der ökologische Fußabdruck? Eine unbequeme Wahrheit.
Leider auch in der Welt, die wir Sportler so sehr schätzen und lieben. Weil sie uns Teamgefühl, Kameradschaft, Freude, Mitgefühl, Spannung, Liebe, Eifer, Wut, Niederlagen und Erfolge schenkt. Unseren wöchentlichen Ausgleich. Unsere zweite Heimat. Sei es als Athlet oder Fan. Als Flaschenjunge oder Headcoach.
Doch zu welchem Preis?
 
Niemand hinterfragt den Trikotsatz seines Vereins, die Modelinie seines Stars, den neusten Schuh-Release. Die Menschen, die darunter leiden, sind die, die unserer Hilfe am meisten bedürfen. Nachhaltigkeit? Immer gerne! Verpflichtungserklärungen findet man online von den großen Marken zu Genüge. Man hat ja schließlich einen Ruf zu verlieren. Aber es muss ja auch immer noch finanziell passen. Und da muss man natürlich Abstriche machen… Eine soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit findet man kaum. Wie auch? Diese Art von Geschäftsmodellen weisen ja eine schlechte Skalierbarkeit auf. Der Lieblingssatz eines jeden Social Entrepreneurs. Grenzen überschreiten. Um die Ecke denken. Gegen den Strom schwimmen. Das Unmögliche möglich machen. Passt zum Sport! Und kann auch zur Sportbekleidungsbranche passen: Regionale Produktionen, sichere Arbeitsbedingungen, faire Löhne, nachhaltige Materialien, transparente Unternehmensstrukturen.
Skalierbar? Nein.
Nachhaltig für Mensch, Tier und Planet? Definitiv.
 
Diese Thematik ist für jeden Beteiligten in der Sportindustrie von Bedeutung; Produzenten, Konsumenten, Sportler, Trainer, Vereinsverantwortliche… Millionen von Menschen treiben jeden Tag Sport, spielen in Teams und Clubs und besuchen Sportveranstaltungen. Wenn wir eine nachhaltige Lösung für Alle schaffen, können wir gemeinsam etwas Großes erreichen. Sei dabei und leiste einen Beitrag für Deine Sportart, Dein Team und Deine Werte, die Du auch auf dem Spielfeld und in der Halle lebst. Lasst uns gemeinsam etwas ändern.
Wenn nicht wir, wer dann?
Wenn nicht jetzt, wann dann?