Tipps für mehr Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz

von Michelle Schneider Juni 30, 2020

Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz

Das Thema Nachhaltigkeit wird zunehmend relevanter und viele setzen im privaten Alltag vermehrt auf umweltfreundliche Lösungen. Was zu Hause immer mehr zu werden scheint, sollte selbstverständlich auch am Arbeitsplatz eine Rolle spielen. Denn schließlich verbringen wir einen Großteil unserer Zeit in unserem Job, in der wir unseren ökologischen Fußabdruck verringern könnten. Aber wie sorgen wir für mehr Nachhaltigkeit im Büro bzw. am Arbeitsplatz?

 

Für einen ganzheitlich durchdacht nachhaltigen Arbeitsplatz ist die Integration des Themas in die Unternehmenskultur entscheidend, denn so werden intern ökologische Werte gelebt. Es gibt bereits in einigen großen, aber auch kleinen Unternehmen sogenannte NachhaltigkeitsmanagerInnen. Deren Aufgabe ist die Einbindung der Thematik und die Findung innovativer Lösung. Durch diese Stelle in Unternehmen wird die Wichtigkeit des Themas unverkennbar. Eine neue Position und die Anpassung der Unternehmenskultur klingt zunächst nach viel Umstrukturierung und Ressourceneinsatz - daher kann man auch mit ersten, kleinen Schritten anfangen, die in der Summe den gleichen Effekt erzielen können. Denn wie heißt es so schön: jede einzelne Handlung zählt und verändert etwas.

So kann man beispielsweise schon mit Dingen wie Mülltrennung und -vermeidung beginnen. Ein Anknüpfungspunkt für die Vermeidung von Müll ist die Versorgung der MitarbeiterInnen. Die Bereitstellung von Geschirr, wie z.B. Kaffeetassen, kann die Verwendung von Einmalbechern drastisch reduzieren. Gleiches gilt für Mehrwegtrinkflaschen und Mehrweg-Lunchboxen, welche gleichzeitig entsprechend des Unternehmensdesigns gestaltet werden können. Wieso also den MitarbeiterInnen nicht mit einer Trinkflasche und einer Brotdose eine kleine Freude machen, die Identifikation mit dem Arbeitgeber fördern und gleichzeitig unterbewusst zu mehr Nachhaltigkeit aufrufen.

Weitere mögliche Schritte in diesem Bezug sind saisonale, regionale und vegetarische/vegane Angebote in einer Betriebscafeteria oder -mensa. Somit kann die Umwelt und die lokale Wirtschaft gestärkt. Zusätzlich wird in diesem Zusammenhang eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung gefördert. Wer generell Wert auf einen sportlichen und gesunden Lebensstil legt, kann bereits auf dem Weg zur Arbeit seinen Beitrag leisten und zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem ÖPNV oder Fahrgemeinschaften kommen.

Des Weiteren sollte bei nachhaltigen Arbeitsplätzen die Ausstattung der Büros angepasst werden. So gibt es Holzkugelschreiber oder -bleistifte, USB-Sticks aus Holz, Pappordner, Papierklebeband und viele weitere umweltfreundliche Alternativen für typische Büromaterialien. Zudem sollte beim Mobiliar auf die Umweltbelastung beachtet werden. Hierbei ist sowohl die Herstellung, als auch die Entsorgung bzw. ein mögliches Recycling wichtig. Es sollte möglichst auf Plastik verzichtet werden und bei Holzprodukten auf fairen Holzanbau und -handel geachtet werden.

Die Digitalisierung ist ein weiterer wichtiger Aspekt für mehr Nachhaltigkeit bei der Arbeit. Stichwort: Paperless Office. Alleine durch Mails und Scans kann auf eine Menge an Fax- und Briefverkehr verzichtet werden. Aber auch durch die Sicherung von Daten auf digitalem Wege können Ausdrucke vermieden werden. Auf diese Weise kann eine übermäßige Rodung von Bäumen verhindert werden. Außerdem spart man durch Digitalisierung ganz nebenbei noch Platz im Büro, denn Daten müssen ja nun nicht mehr in physischen Ordnern gesammelt werden. Interne Cloudsysteme und Projektmanagement-Tools helfen Unternehmen beim Austausch dieser Daten innerhalb des Unternehmens und bei der Aufgabenverteilung. Damit werden Post-Its und andere händische Mitschriften obsolet, die danach sowieso nur im Müll landen würden. An dieser Stelle möchten wir allerdings darauf hinweisen, dass auch bei der digitalen Variante die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen und Datenschutzbestimmungen einzuhalten sind.

So viel durch die Digitalisierung vereinfacht wird, so viel ist auch gleichermaßen zu bedenken: Denn technische Geräte enthalten oftmals umweltschädigende Bauteile und Inhaltsstoffe, die einer fachgerechten Entsorgung oder bestenfalls der Weitergabe an Recyclingfirmen bedürfen. Außerdem benötigen die Geräte Strom, welcher bei nachhaltig ausgerichteten Unternehmen durch Ökostrom ersetzt werden kann. Ökostrom ist aber nicht gleich Ökostrom, denn es handelt sich um keinen geschützten Begriff. Es kann daher passieren, dass Energie-Mixe, die nicht den erwünschten Effekt bringen, als Ökostrom verkauft werden. Unser Tipp: genau hinschauen und Ökostrom am besten von unabhängigen Stromanbietern beziehen.

Neben Öko-Strom ist aber auch das Stromsparen entscheidend. Mit LED-Lampen kann bis zu 90% des Stromverbrauchs gegenüber herkömmlichen Glühbirnen gespart werden und gleichzeitig sind sie deutlich langlebiger, wodurch wiederum Müll reduziert werden kann. Wenn dann das Licht und weitere strombetriebene Geräte nur noch bei Bedarf angeschaltet werden, wird bereits einiges für die Umwelt getan.

Neben diesen vornehmlich umweltbezogenen Aspekten können Unternehmen auch durch faire Arbeitsbedingungen und soziale Projekte für noch mehr Nachhaltigkeit sorgen. Denn auch diese Themenbereiche sollten langfristig und bewusst angegangen werden. Beispielsweise über ehrenamtliche Tätigkeiten oder Spenden kann ein Unternehmen die Gesellschaft unterstützen.


 

Es gibt selbstverständlich noch viele weitere Möglichkeiten, Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz zu integrieren. Dabei sollten stets die MitarbeiterInnen miteinbezogen werden, sodass diese, zum Beispiel über regelmäßige Feedbackrunden, eigene Ideen einbringen können. Denn so identifizieren sich alle mit dem Nachhaltigkeitsgedanken des Unternehmens und er wird so auch ganzheitlich gelebt, was wohl der wichtigste Erfolgsfaktor ist.



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